AKM-Gebühren: 8 oder 12 Prozent, und warum die Frist wichtiger ist als der Satz
Ohne Tanz 8 Prozent, mit Tanz 12 Prozent der Bruttoeinnahmen. Anmeldung mindestens drei Werktage vorher. Der Posten, der in Kalkulationen am häufigsten fehlt.
Die AKM-Gebühr ist der Posten, der in Kalkulationen am häufigsten fehlt – und der sich am schlechtesten nachverhandeln lässt, wenn die Veranstaltung gelaufen ist. Dabei ist die Rechnung simpel, sobald man weiß, welcher Satz greift.
Wann überhaupt gezahlt wird
Sobald bei einer Veranstaltung urheberrechtlich geschützte Musik öffentlich aufgeführt wird, entsteht eine Zahlungspflicht gegenüber der AKM. Das gilt für Livemusik genauso wie für Musik vom Tonträger oder aus einem Streamingdienst. Ein privater Spotify-Account macht die Aufführung nicht lizenzfrei – im Gegenteil, dessen Nutzungsbedingungen decken öffentliche Wiedergabe gar nicht ab.
Die zwei Sätze, die Sie kennen müssen
Bei der Prozentabrechnung gilt:
| Art der Veranstaltung | Satz | Bemessung |
|---|---|---|
| Ohne Publikumstanz | 8 % | der Bruttoeinnahmen |
| Mit Publikumstanz | 12 % | der Bruttoeinnahmen |
Der Unterschied zwischen 8 und 12 Prozent ist der Unterschied zwischen Konzert und Rave. Bei 20.000 Euro Bruttoeinnahmen sind das 800 Euro Differenz – genug, um eine Kalkulation zu kippen, die ohnehin knapp war.
Der Fehler, der wirklich weh tut
Die Musiknutzung ist bei Einzelveranstaltungen mindestens drei Werktage vorher bei der zuständigen AKM-Geschäftsstelle anzumelden. Drei Werktage klingen nach viel, sind es aber nicht: Wer am Donnerstag vor einem Samstagevent daran denkt, ist zu spät.
Wer die Anmeldung vergisst, zahlt trotzdem – nur ohne die Möglichkeit, im Vorfeld Tarif und Bemessungsgrundlage sauber zu klären.
Was in die Bemessungsgrundlage gehört
Als Bruttoeinnahme zählen die Eintrittsgelder. Wer mit Kombitickets, Konsumationsgutscheinen oder gestaffelten Preisen arbeitet, sollte die Struktur vorab abklären statt hinterher zu erklären. Die Faktoren, die den Tarif bestimmen, sind Größe der Veranstaltung, Ticketpreise und Art der Musiknutzung.
Praxistipp: Führen Sie die AKM-Gebühr in der Kalkulation als eigene Zeile neben Technik, Personal und Location – nicht als Teil eines Sammelpostens. Sie skaliert mit dem Umsatz, nicht mit dem Aufwand. Genau deshalb wird sie unterschätzt, wenn ein Event besser läuft als geplant.
Zweite Ebene: Leistungsschutz
Die AKM vertritt die Rechte der Urheber – also Komponistinnen und Textdichter. Für die Rechte der ausübenden Künstler und Tonträgerhersteller ist zusätzlich die austro mechana beziehungsweise die LSG zuständig. Wer nur die AKM einplant, hat unter Umständen nur die halbe Rechnung gesehen.
Kein Rechtsrat. Tarife und Bedingungen ändern sich. Die verbindlichen Werte stehen im aktuellen Tarifwerk der AKM; für den konkreten Fall lohnt der direkte Kontakt zur zuständigen Geschäftsstelle.
